Donauprojekte

 

 
 

Stadt – Land – Fluss

 Fotobuch mit meist recherierten Texten zur Donau und den 26 längsten Zuflüssen der Donau innerhalb Deutschlands

    242 Seiten, Softcover, 2020, 21,80 Euro

 

 

 

Schon mein Klappentext gibt Aufschluss über die Motivation zu diesem Buch:

Der Bildband beschreibt den süddeutschen Raum vom Schwarzwald bis Passau und von Rothenburg o. d. Tauber im Norden bis zur Landesgrenze Deutschland/Österreich im Süden. Er ist ein großes, zusammenhängendes, flächiges Gebiet, das durch die Donau und eine große Anzahl von Flüssen, die der Donau für ihre lange Reise ihr Wasser schenken, maßgeblich mitgeprägt wird.

Den 26 längsten Donauzuflüssen innerhalb Deutschlands folgt dieses Buch und macht an geografischen, geologischen, kulturellen und politischen Besonderheiten entlang dieser Flüsse immer wieder Halt.

Dieser Bildband, ist aus der Liebe zur Natur, insbesondere zum Wasser und aus der Verbundenheit des Autors zur Donau und ihrem Flusssystem entstanden.

 

Wasser ― ein persönliches Statement

Wasser

Wasser fließe

Wasser gieße

schütt’ dich aus

sei ein Sieb

mach’s wie immer – gib

 

Wasser glaube

Wasser raube

gib uns Hoffnung

vergiss uns nicht

gib uns Zuversicht

 

Wasser gebe

Wasser nehme

schenk’ uns Leben

nimm’s uns fort

an einen geheimen Ort

 

Wasser! Der Titel des obigen Gedichtes hätte auch der Titel des Buches werden können. Ich denke jedoch, er wäre für viele Leser zu allgemein und zu abstrakt gewesen.

Die wohl gewählten Zeilen des Gedichtes entstanden während meiner Fahrradreise entlang der Donau im August 2010 bei Krems/Österreich. Sie stehen zu Recht am Anfang dieses Buches. In meiner Vorstellung liegt dieses Gedicht, auf einem transparenten Papier geschrieben, über allen Buchseiten ― vom Beginn bis zum Ende des Buches. Es soll den Leser in seinen Gedanken durch alle Buchseiten führen und zum Schluss in ihm die Erkenntnis wecken, dass Wasser zu dem Elementarsten gehört, was wir Menschen auf diesem Planeten besitzen ― nein, geliehen bekommen! Nur mit dieser Erkenntnis wird es uns möglich werden, dieses kostbarste Gut unter allen Umständen zu schützen und mit ihm sparsam, wie mit allem Kostbaren, umzugehen.

Das Gedicht fasst im Wesentlichen das zusammen, was ich mit dem Begriff „Wasser“ verbinde: Das Wasser fließt, verweilt, schenkt Leben und nimmt es uns. Ich verbinde die Hoffnung auf gute Ernte mit dem Wasser und weiß, dass es uns dieselbe wieder rauben kann.

In der Nähe des Wassers, sei es am Ufer eines Sees, eines ruhigen Bächleins oder eines reißenden Stromes, komme ich ins grübeln und philosophieren, und es gelingt mir an solchen Orten, mir ganz nahe zu kommen. Der ewige Lauf des Wassers wird dann zur Metapher und ich spüre das Kommen und Gehen meines Atemzuges. Der See, der Fluss atmet mich in solchen Momenten und wenn er am Horizont verschwindet, bekomme ich eine Vorstellung vom Geboren werden und vom Sterben.

Das Wasser spendet mir Trost, wenn ich an seinen Ufern schweren Gedanken nachhänge, erfrischt mich bei großer Hitze, schenkt mir Raum für Ausgelassenheit, reinigt und pflegt, umschmeichelt und hinterlässt doch fast keine Spuren, von kleinen Kalkrändern einmal abgesehen. Die Qualität des Wassers kennt kaum Grenzen und so sollte unser Lobgesang an das Wasser auch kaum Grenzen kennen.( Ausschnitt aus dem Vorwort )

 

 

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Eine literarische Reise entlang der Donau 

                                            Projekt: Die Realisierung eines Kunstprojektes zur Donau.

Eine literarische Reise entlang der Donau von Donaueschingen über Ulm, Regensburg, Passau, Linz, Wien, Bratislava, Budapest, Vukovar, Novi Sad, bis nach Drobeta-Turnu Severin am Eisernen Tor".

 
 

Ich habe ein Kunstprojekt realisiert, das die Donau und die größeren Anrainerstädte entlang der Donau in den Mittelpunkt stellt.

Als Ulmer Bürger, bildender Künstler und Literat ist mir die Bedeutung eines so stadtbeherrschenden Flusses wie der Donau nahezu täglich im Bewusstsein. Meine zurückliegenden Reisen in die Tschechei, die Slowakei, Polen, Ungarn, Kroatien und Rumänien zeugen von der großen Anziehungskraft die diese Länder auf mich ausüben. Es lag somit für mich auf der Hand, ein künstlerisches Projekt mit der Donau im Mittelpunkt zu realisieren, als dem verbindenden Element innerhalb einer geografischen West-Ost-Achse Europas.

Das Projekt gliederte sich in mehrere Teile:

1. Die 2080 Kilometer lange Reise mit dem Fahrrad entlang der Donau von Donaueschingen bis nach Drobeta-Turnu Severin in Rumänien. Auf dieser Reise entstanden mehr als 80 Texte und über 700 Fotografien.

Dieser erste Teil ist seit 2011 abgeschlossen.

2. Eine erste Präsentation der Ergebnisse und Erfahrungen auf dem Donaufest in Ulm und Neu-Ulm im August 2012. In dem eignes dafür präparierten Bauwagen konnten sich die Besucher des Donau- festes einen ersten Eindruck zu diesem geplanten Kunstprojekt verschaffen.

3. Das Foto- und Reisebuch als das Herzstück des Projektes. Das Buch ist im Mai 2014 im Verlag Klemm und Oelschläger erschienen. Der Titel lautet: Eine literarische Reise entlang der Donau. Es ist ein repräsentativer Hardcover Bildband mit 172 Seiten im Format 26 x23 cm und kostet 24,80 Euro.

Über 50 Gedichte und 20 Prosatexte wechseln sich mit teils großformatigen Fotografien ab. Zehnteilige Panoramafotografien und Überblendungen verleihen dem Bildband einen reizvollen künstlerischen Ansatz. Michael Krüger, ehemals Leiter des Hanser Verlags, und die beiden Oberbürgermeister der Städte Ulm und Neu-Ulm sowie Peter Langer, Direktor der Europäischen Donau-Akademie, begleiten durch ihre Beiträge dieses Buch.

Dieses sehr gelungene literarische Werk können Sie im Buchhandel unter ISBN 978-3-86281-012-3 oder auch direkt über mich beziehen. In diesem Falle werde ich den Bildband für Sie persönlich signieren.

 

4. Der literarische Bildband wurde am 5. Juni 2014 im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm vorgestellt.

Nahezu 100 Gäste haben diese Buchvorstellung miterlebt, die ich szenisch im Zusam-menhang mit einer Diashow unterstützte.

5. In den letzten Jahren habe ich mehrere Lesungen kombiniert mit Wechselausstellungen mit Textobjekten

(s. unten) durchgeführt.

"Wasser", Acrylglas, Lackstift, 100x60 cm, 2014

                                                         

Und hier für Sie - drei kleine Kostproben:

Großes Orchester

 

Kaum hörbar ein listiges Gurgeln unterhalb des spärlichen Zulaufs eines unbekannten Rinnsals.

Ich lausche einem leisen Gurren wie von Tauben und vermute, dass darunter kleine Strudel sind.

Ein Plätschern in Zeitlupe, Fliegenfischer am seichten Ufer, nur tote Äste spielen Micado.

Ein helles Knistern wie beim Auspacken von Konfekt zwischen den Kieseln am flachen Ufer.

Spiel mir das Lied vom Wasser, denke ich und versuche noch genauer hinzuhören.

Das stumpfe Klatschen an einer steilen Bootswand beruhigt wieder meine Sinne.

Tonlos still ruht hier das Wasser in tiefem blauem Frieden am grün bewachsenen Ufer.

Ein unruhiges Raunen und Brummen liegt in der Luft, schon früh kündigt sich das Wehr an.

Mächtiges Rauschen dort, wo das Wasser über den Scheitel der Betonwand bricht.

Ein großes Orchester, ich hoffe alle Töne bleiben mir im Ohr, im Kopf, im Herzen.

 

Nichts ist mehr, wie es war         

 

Eine leere Weißbierflasche verfängt sich in einem Schwarzwaldhut, kommt ins Trudeln und schlägt gegen eine Balkonbrüstung.

Ein vergilbter Innenstadtplan windet sich um eine Laterne, reißt sich los, bläht sich auf und bleibt in einer zerzausten Baumkrone hängen.

Ranzige Buttercreme tropft durch den Biskuitboden einer Esterházy-Torte und bildet Fettaugen auf der schlammbraunen Wasserkrone.

Kurzbeinige rot-weiße Straßensperren, schon lange unter Wasser, sperren Straßen, die es nicht mehr gibt, für Autos, die nie mehr fahren werden.

Eine Portion Germknödel hat längst Puderzucker und Mohn verloren, schwimmt einsam durch die Gassen, saugt sich voll und sinkt wie Steine.

Ein fest vertautes Schlauchboot mit Außenbordmotor tänzelt vergnügt an einem Ladenschild aus Messing >Drexlerschuhe – immer gut zu ihrem Fuß<.

Ein bunter Regenschirm, zerzaust, mit gebrochenen Rippen, stochert in einer schwimmenden Holzkiste mit leeren Slibowitz- und Wodkaflaschen.

Parkende Fahrzeuge stoßen im Rhythmus der ankommenden Wellen wie Billardkugeln vor und    zurück, ohne aus der Reihe zu tanzen.

Ein bedruckter Karton >Agnes Bernauer Torte< wellenreitet gelassen in provozierende Langsamkeit über die deutsch- österreichische Grenze.

Nackte Sauerkrautreste bewegen sich wie mit Tentakeln in Zeitlupe auf der Wasseroberfläche und krallen sich fest an einer überdehnten Wäscheleine.

Flatternde Wäsche an Wäscheleinen, stolz wie die Segel einer Karavelle, wird von einem knatternden Motorboot voller Sandsäcke fortgerissen.

Menschen im zweiten Stock rufen sich aufmunternd zu und die wiederbelebte Nachbarschaftsliebe beklagt, dass nur Hunde schwimmen können, Katzen leider nicht.

Nichts ist mehr dort, wo es vorher war, doch wir haben uns damit abgefunden, dass wir uns damit abfinden müssen.

 

Und danach: Alle Spuren unserer Versäumnisse sind schnell beseitigt. Vielleicht noch ein paar gute Vorsätze hinterher?

 

Spätestens nach dem ersten Wenn folgt das Aber und wir gehen unserem üblichen Tagwerk wieder nach.

 

Ach ja, wir hatten Hochwasser – alle paar Jahre wieder.

 

 

Der Impuls- aus dem Vorwort -

Am Anfang war die Sehnsucht. Die Sehnsucht, für eine gewisse Zeit unerreichbar zu sein.

Den anderen einfach ein Schnippchen schlagen, unterwegs sein, nicht greifbar, einfach nicht zu nicht zu stellen. Kein Telefon, das mich schon am Frühstückstisch aufschreckt und ermahnt, endlich den Arbeitsalltag aufzunehmen. Kein Postbote, der zielsicher meinen Briefkastendeckel nach unten schnellen lässt, um auf die heute besonders wichtige Post aufmerksam zu machen, und auch keine Inflation von E-Mails, die wie Peitschenhiebe über den Bildschirm zucken.

Das war Motivation genug, um solch ein Vorhaben zu planen und durchzuführen. Unterwegs sein, ein Ziel vor Augen, mit einer geplanten und wohl überlegten Route im Gepäck. Die tyrannischen Tages- zeiten und lästigen alltäglichen Termine ausgesperrt, denn einen geregelten Tagesrhythmus würde es während dieser Reise nicht mehr geben. Stattdessen aufstehen, wenn der Schlaf sich verabschiedet, Nahrung zuführen, wenn sich eine Gelegenheit bietet, Ruhepausen, nur wenn der Körper sie fordert, und reden, nur wenn es etwas wirklich Wichtiges zu reden gibt.

...Und so wie es die Sehnsucht nach dem Meer, vielleicht auch die unlöschbare Sehnsucht nach den Sternen gibt, hat auch die Sehnsucht, einfach alles und vielleicht auch sich selbst hinter sich zu lassen, ihre Berechtigung, gestillt zu werden.

Aus diesem drängenden Impuls heraus entschied ich mich in den Jahren 2010 und 2011 die Donau von ihrem Ursprung bis ans Eiserne Tor in Rumänien mit dem Fahrrad zu begleiten.

Copyright Dietmar H. Herzog, Ulm, Juni 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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